Die Poesie des Papiers

Mit einer famosen Ausstellung endet das Projekt „Mensch & Papier“ – vorerst

Papier kann viel.

Es verpackt Waren genauso wie Geschenke. Seit seiner Erfindung ist Papier ein Stoff, aus und auf dem Kunst entsteht: Malerei, Literatur, Skulpturen, sogar Musik kann man mit Papier machen. Und es trägt Informationen – über Entfernungen und Generationen hinweg. Papier verbindet und regt die Fantasie an.

 

In Eisenhüttenstadt bevölkert derzeit ein ganzes Papierwunderland das dortige Städtische Museum. Von der „Feengrotte“ mit „Strahlender Leuchtkraft“ zum „Chaos“, und auch „Miss Papier“ undZottelhund Waldihatten ihren wohlverdienten Auftritt: Wie vielfältig die Möglichkeiten sind, mit Papier zu gestalten, zeigen schon diese fantasievollen Namen. Sie schmücken die Kunstwerke, die die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts „Mensch & Papier“ zu dessen Abschluss in einer überwältigenden Ausstellung präsentierten. Es wurde eine ganz besondere Veranstaltung.

 

Wir bei Progroup wissen, wie faszinierend das Material Papier ist. Nur selten ergibt sich jedoch die Möglichkeit, diese Faszination auch nach außen zu tragen. Zu unserem 25-jährigen Jubiläum im Jahr 2017 baten wir daher – statt um Geschenke – um Spenden. Mit dem so aufgebrachten Geld konnten wir vier Projekte an vier Progroup-Standorten ins Leben rufen. In Eisenhüttenstadt hatten wir dabei das große Glück, durch unsere Förderung nicht allein Gutes zu tun, sondern als besonderes Glanzlicht zudem unsere Faszination für Papier vermitteln zu können. Mit „Mensch & Papier“ stießen wir hier nämlich auf das große Vorhaben, junge Menschen aus Eisenhüttenstadt und Umgebung auf eine „unglaubliche Entdeckungsreise“ rund ums Papier zu schicken. So formulierte es bei der Vernissage der großen Abschlussausstellung am 29. Januar 2019 die Projektleiterin Brita Bärwolf, Vorsitzende des Wi-Wa-Wunderland e.V., und schloss an: „Die beste Art zu lernen liegt immer im selbständigen Machen.“

Wi-Wa-Wunderland, dieser hochengagierte Verein für Kinder, Jugend und Familie, hatte Progroup Anfang 2017 seine Ideen zu „Mensch & Papier“ präsentiert – und sofort begeistert. Maximilian Heindl hat sich persönlich unseren Verein vor Ort angesehen, sich erkundigt, wie bei uns Kinder- und Jugendarbeit organisiert und durchgeführt wird und wer die Personen sind, die hinter dem Verein stehen“, berichtet Bärwolf. Das sei bei großen Unternehmen alles andere als üblich. „Das war für uns daher ein ganz besonderer Vorgang. Seitdem hat das Projekt es geschafft, über 1600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu erreichen, und hat dabei eine wahre Explosion der Kreativität verursacht. Nur ein kleiner Teil der entstandenen, allesamt beeindruckenden Kunstwerke konnte bei der Ausstellung von Ende Januar bis Ende Februar 2019 im Städtischen Museum überhaupt gezeigt werden. Danach wandert die Ausstellung in die Räume der Papierfabrik.

 

„Was mich so unglaublich fasziniert hat“, bekennt Herta Heindl, die zur Eröffnung der Ausstellung anreiste, „war die Freude, mit der der Verein und insbesondere Frau Bärwolf das Projekt und die Ausstellung realisiert haben.“ Diese Begeisterung war den ganzen Projektzeitraum über so spürbar, dass das „Oder-Spree Journal“ der Stadt sogar augenzwinkernd diagnostizierte, vom Papier-Virus befallen zu sein. Und der hatte es wirklich in sich, denn laut Brita Bärwolf brachte man es auf die beträchtliche Zahl von 160 Einzelveranstaltungen: darunter Angebote wie Papier schöpfen, Schattenbilder oder Mangas zeichnen und Formen aus Papier herstellen. Natürlich besuchten Kinder auch die Quelle ihres Werkstoffs: Im Werk Eisenhüttenstadt produziert Progroup hochqualitatives Papier, in einem Kraftwerk den dazu benötigten Strom – und Begeisterung für soziales Engagement: Die hiesigen Werksmitarbeiter waren schnell begeistert von „Mensch & Papier“. Vor allem die damalige Laborleiterin Anica Lippert und Betriebsingenieur Andreas Huber ließen dem Projekt jede Unterstützung angedeihen.

„Begeisterung, Faszination, der Glaube an das Schöpferische im Menschen – ich konnte es hautnah spüren“
Herta Heindl

Begeisterung, Faszination, der Glaube an das Schöpferische im Menschen – ich konnte es hautnah spüren“, sagt Herta Heindl heute nach Ablauf des Projekts. Progroup möchte, nachdem die Ausstellung in den Räumen der Papierfabrik im Mai beendet sein wird, einige der Kunstwerke vom Verein erwerben und auf diese Weise dafür Sorge tragen, dass das gelungene Projekt weiterlaufen kann. Denn die Kinder, so Brita Bärwolf, haben so viele weitere Ideen, dass noch weit mehr Kreatives, Überraschendes und Poetisches zu erwarten sei. Logisch: Von Feengrotten, Zottelhunden und vor allem Strahlender Leuchtkraft kann man ja eigentlich nie genug bekommen.